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Riester übertragen: Ablauf, Fristen, Kosten

Übertragen heißt: Du kündigst deinen Riester-Vertrag mit dem Auftrag, das Guthaben in einen anderen geförderten Vertrag zu bringen, ab dem 01.01.2027 auch in ein Altersvorsorgedepot; deine Zulagen und Steuervorteile bleiben dabei erhalten. Nach den Quellen gilt dafür eine Frist von 3 Monaten zum Ende eines Kalendervierteljahres, und der alte Anbieter darf in den ersten 5 Vertragsjahren höchstens 150 € verlangen; ob er bei Riester-Verträgen danach gar nichts mehr verlangen darf, ist noch strittig. Was du mit dem alten Vertrag aufgibst, etwa die Beitragsgarantie oder einen hohen Garantiezins, wiegt oft schwerer als die Wechselkosten.

Bleiben und Übertragen durchrechnenGerechnet wird in deinem Browser. Deine Angaben gehen nicht an uns.

Der Rechner vergleicht Bleiben mit dem Übertragen ins Altersvorsorgedepot (im Rechner „Wechseln“). Liegt dein Abschlussjahr weniger als 5 Jahre vor 2027, zieht er einmal den Höchstbetrag der Wechselkosten vom Guthaben ab, bei älteren Verträgen nichts; ob das für Riester-Verträge stimmt, ist noch strittig. Die Beitragsgarantie deines alten Vertrags rechnet er nur über Annahmen ein: Einen Teil des Guthabens oder alles legt er je nach Vertragsart sicher an, bei klassischen Versicherungen in jedem Jahr mindestens mit dem höchstens zulässigen Rechnungszins ihres Abschlussjahrs, vor Kosten. Die Garantie als Untergrenze zum Rentenbeginn, Fristen und mögliche Kosten beim neuen Anbieter rechnet er nicht mit. Bist du angestellt und Pflichtmitglied eines Versorgungswerks statt in der Rentenversicherung und wählst „angestellt“, rechnet er dir die alte Zulage zu, die dir nach den Quellen nicht zusteht (mehr auf der Seite Bin ich förderberechtigt?).

Was Übertragen heißt

Ein Riester-Vertrag muss dir nach dem Gesetz erlauben, ihn zu kündigen und das angesparte Kapital auf einen anderen zertifizierten Vertrag auf deinen Namen zu übertragen. Das steht im Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 10 Buchst. b AltZertG). Zertifiziert heißt: Der Vertrag ist für die staatliche Förderung zugelassen.

Anders als eine gewöhnliche Kündigung ist die Übertragung keine schädliche Verwendung (§ 93 EStG). Du musst also keine Zulagen und keine Steuervorteile zurückzahlen. Nach der Übertragung gilt für das Geld das neue Recht.

Es gibt zwei Wege ohne Übertragung, die oft übersehen werden:

Der Ablauf in vier Schritten

  1. Übertragungswert erfragen. Frag deinen alten Anbieter schriftlich, wie viel bei einer Übertragung fließen würde und was sie kostet. Der Übertragungswert ist der Betrag, der in den neuen Vertrag ginge.
  2. Neuen Vertrag wählen und abschließen. Der neue Vertrag muss zuerst bestehen, denn der alte Anbieter braucht seine Daten. Welche Kategorie passt, steht auf der Seite Standarddepot, freies Depot oder Garantie?.
  3. Übertragung anstoßen. Du kündigst den alten Vertrag mit dem Auftrag zur Übertragung. Nach den Quellen übernimmt das bei manchen Anbietern der neue Anbieter für dich; frag ihn danach.
  4. Abwarten. Beide Anbieter melden die Übertragung der Zentralen Zulagenstelle (ZfA), die die Zulagen verwaltet. Du musst ihr dafür nichts schicken.

Die Frist

Die Kündigung für eine Übertragung wirkt nach den Quellen mit einer Frist von 3 Monaten zum Ende eines Kalendervierteljahres, also zum Ende März, Juni, September oder Dezember, oder zum Beginn der Auszahlungsphase. Für die Frist zählt, wann deine Kündigung beim alten Anbieter eingeht.

Ein Beispiel einer Fachseite: Geht die Kündigung im ersten Quartal ein, wird die Übertragung zum Ende des zweiten Quartals wirksam. Bis das Geld im neuen Vertrag ankommt, kann es danach noch dauern. Die Stiftung Warentest berichtet von einem Fall, in dem der Wechsel Monate länger dauerte, weil der alte Anbieter zu spät gemeldet hatte.

Einen gesetzlichen Stichtag, bis zu dem du wechseln musst, nennen die Quellen nicht. Behauptungen über feste Fristen im Frühjahr sind unbestätigt.

Die Kosten

Beim alten Anbieter: In den ersten 5 Jahren nach Vertragsabschluss darf er für die Übertragung höchstens 150 € berechnen, danach laut den meisten Fachseiten nichts.

Beim neuen Anbieter: Hier gehen die Quellen auseinander. Manche nennen eine einmalige Pauschale und keine Abschlusskosten auf das übertragene Kapital, andere finden dazu nichts im Gesetz.

Was du aufgibst

Die Beitragsgarantie deines Riester-Vertrags gilt nur zum Beginn der Rente. Sie sagt zu, dass dann mindestens deine Beiträge und die Zulagen da sind. Überträgst du vorher, fließt der aktuelle Wert, auch wenn er darunter liegt. Ein Verlust auf dem Papier wird dann endgültig.

Bei Versicherungen gehen außerdem der Garantiezins (der zugesagte Zins auf den Sparanteil) und der Rentenfaktor (wie viel Rente du je gespartem Betrag bekommst) verloren. Bei Verträgen aus den frühen Riester-Jahren sind beide oft gut.

Und die Auszahlung beginnt meist später: Nach der Übertragung gilt laut Sekundärquellen das Mindestalter des neuen Rechts, 65 Jahre. Ein Riester-Vertrag zahlt dagegen frühestens ab 62, bei Abschluss vor 2012 frühestens ab 60. Mehr auf der Seite Auszahlung.

Wenn dir Sicherheit wichtig ist, kannst du auch in ein Garantieprodukt übertragen. Dort ist die Garantie aber nach den Quellen anders geregelt als bei Riester.

Sonderfälle

Bei Wohn-Riester, einer Scheidung oder einer Erwerbsminderung reicht eine allgemeine Rechnung nicht. Bei Wohn-Riester ist nach den Quellen unklar, ob und wie sich ein Vertrag übertragen lässt. Der Rechner verweist in solchen Fällen auf Beratung, etwa bei der Verbraucherzentrale.

Kurz gefragt

Wie lange dauert eine Übertragung?

Von der Kündigung bis zum Übertrag vergehen nach den Quellen mehrere Wochen bis einige Monate. Eine feste Bearbeitungsfrist für den alten Anbieter nennen die Quellen nicht.

Verliere ich meine Zulagen?

Nein. Eine Übertragung in einen anderen geförderten Vertrag ist keine schädliche Verwendung. Zulagen und Steuervorteile bleiben dir.

Was kostet die Übertragung?

Beim alten Anbieter höchstens 150 € in den ersten 5 Vertragsjahren, danach nichts; für Altverträge ist das strittig. Was der neue Anbieter verlangen darf, ist noch offen.

Kann ich den Vertrag einfach kündigen und mir das Geld auszahlen lassen?

Ja, aber dann musst du alle Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Das ist fast immer teurer. Mehr auf der Seite Riester kündigen.

Muss ich bis zu einem Stichtag übertragen?

Nach den Quellen nein. Dein Riester-Vertrag darf weiterlaufen. Wer überträgt, muss nur die Frist zum Quartalsende beachten.

Weiter

Mit deinen eigenen Zahlen siehst du, ob Bleiben oder Übertragen bei dir vorn liegt.

Jetzt mit deinen Zahlen durchrechnenGerechnet wird in deinem Browser. Deine Angaben gehen nicht an uns.

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