Standarddepot, freies Depot oder Garantie?
Ab dem 01.01.2027 gibt es drei geförderte Kategorien: das Standarddepot mit fester Voreinstellung und gesetzlichem Kostendeckel, das freie Altersvorsorgedepot, in dem du die Fonds selbst wählst, und das Garantieprodukt, das zu Beginn der Auszahlung 100 % oder 80 % deiner eingezahlten Beiträge zusagt. Welche Kategorie passt, hängt vor allem an zwei Fragen: Wie viel willst du selbst entscheiden, und wie viel mögliche Rendite gibst du für Sicherheit auf? Diese Seite vergleicht Kategorien, keine Produkte und keine Anbieter.
Der Rechner rechnet ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie, ganz in Fonds angelegt, mit den Kosten, die du unter „Annahmen ändern“ einträgst, auch über dem Kostendeckel des Standarddepots von 1 %. Ein Garantieprodukt rechnet er nicht, und eine Kategorie wählst du dort nicht aus.
Die drei Kategorien in Kürze
- Standarddepot: Der Anbieter entscheidet für dich, nach einer festen Voreinstellung. Keine Garantie. Kosten höchstens 1 % im Jahr.
- Freies Altersvorsorgedepot: Du entscheidest selbst, welche Fonds du kaufst. Keine Garantie. Einen gesetzlichen Kostendeckel nennen die Quellen nicht.
- Garantieprodukt: Der Anbieter legt so an, dass zu Beginn der Auszahlung ein fester Anteil deiner Beiträge da ist. Einen gesetzlichen Kostendeckel nennen die Quellen auch hier nicht.
Alle drei sind gefördert, und für alle gilt: Vor der Rente kommst du an das Geld nur mit Verlust der Förderung (mehr auf der Seite Auszahlung).
Das Standarddepot
Im Standarddepot legt der Anbieter dein Geld in zwei Fonds an, einen eher vorsichtigen und einen mit mehr Chancen und mehr Risiko. Die Aufteilung ist voreingestellt, du musst nichts auswählen. Vor dem Beginn der Auszahlung schichtet der Anbieter in den vorsichtigeren Fonds um, wenn du nichts anderes festlegst. Fachleute nennen das Ablaufmanagement.
Die Kosten sind gedeckelt: Die Effektivkosten dürfen höchstens 1 % im Jahr betragen. Die Effektivkosten zeigen, um wie viel alle Kosten zusammen die Rendite im Jahr mindern. Du findest sie im Produktinformationsblatt.
Nach den Quellen muss jeder Anbieter geförderter Produkte ein Standarddepot anbieten.
Das Gesetz erlaubt daneben ein staatliches Standarddepot über einen öffentlichen Träger. Wer es betreibt und ab wann, war nach den Quellen noch nicht entschieden, so auch in einer Antwort der Bundesregierung vom Juni 2026. Neuere amtliche Angaben haben wir nicht gefunden.
Das freie Altersvorsorgedepot
Hier wählst du die Fonds selbst, zum Beispiel ETFs. Ein ETF ist ein Fonds, der einen Börsenindex nachbildet und meist wenig kostet. Erlaubt ist nur, was auf einer gesetzlichen Liste steht. Nach Sekundärquellen sind Einzelaktien, Kryptowährungen und Fonds der höchsten Risikoklassen ausgeschlossen.
Das passt eher, wenn du dich mit Fonds auskennst oder einarbeiten willst. Weil es keinen gesetzlichen Kostendeckel gibt, lohnt sich der Vergleich der Effektivkosten hier besonders. Eine Garantie darf ein Altersvorsorgedepot nach den Quellen nicht enthalten.
Das Garantieprodukt
Ein Garantieprodukt sagt zu, dass zu Beginn der Auszahlung mindestens 100 % oder 80 % deiner eingezahlten Beiträge zur Verfügung stehen. Welche Stufe gilt, steht im Vertrag. Die Garantie gilt zu diesem einen Zeitpunkt. Vorher kann der Wert schwanken, auch unter deine Beiträge.
Sicherheit kostet Rendite: Damit der Anbieter die Zusage halten kann, muss er einen Teil des Geldes risikoarm anlegen. Bei der niedrigeren Stufe bleibt mehr Raum für chancenreiche Anlagen als bei der höheren.
Zum Vergleich: Bei Riester müssen zu Beginn der Rente mindestens deine Beiträge und die Zulagen da sein.
Wie du die passende Kategorie findest
Zwei Fragen helfen:
- Willst du selbst auswählen? Wenn nicht, passt eher das Standarddepot. Wenn ja, eher das freie Depot.
- Wie wichtig ist dir eine Zusage? Wenn dir wichtig ist, dass zu Beginn der Auszahlung ein fester Anteil deiner Beiträge sicher da ist, passt eher ein Garantieprodukt. Zwischendurch kann auch sein Wert schwanken. Wenn du Schwankungen und ein mögliches Minus am Ende aushältst, passt eher eines der Depots ohne Garantie.
Dazu kommt die Zeit bis zur Rente. Bei vielen Jahren können sich Schwankungen eher wieder ausgleichen, und Kosten wirken stärker. Bei wenigen Jahren bleibt dafür weniger Zeit.
Wenn du schon einen Riester-Vertrag hast, kannst du dein Guthaben in jede der drei Kategorien übertragen. Wie das geht, steht auf der Seite Riester übertragen.
Kurz gefragt
Kann ich im Standarddepot Geld verlieren?
Ja. Das Standarddepot hat keine Garantie, das Ergebnis hängt an den Märkten. Deshalb zeigt der Rechner drei Szenarien statt einer Zahl.
Zählen die Zulagen zur Garantie?
Das ist noch offen. Das Finanzministerium spricht von eingezahlten Beiträgen. Wir prüfen das am Gesetzestext.
Was sind Effektivkosten?
Sie zeigen, um wie viel alle Kosten zusammen die Rendite im Jahr mindern. Du findest sie im Produktinformationsblatt des Vertrags. Damit lassen sich Angebote vergleichen, auch über Kategorien hinweg.
Gibt es ein Standarddepot vom Staat?
Das Gesetz erlaubt es. Wer es anbietet und ab wann, war nach den Quellen bis zuletzt nicht entschieden.
Weiter
Mit deinen eigenen Zahlen siehst du, was ein Altersvorsorgedepot bei dir bringt.
Passende Fragen: