Entwurf · nicht freigegeben · Zahlen ungeprüft

Noch 2026 Riester abschließen?

Für die meisten Menschen lohnt sich ein neuer Riester-Vertrag kurz vor Schluss nicht: Das Altersvorsorgedepot ab dem 01.01.2027 bringt bei mittleren Beiträgen meist mehr Zulage und mehr Wahl bei Kosten und Anlage. Rechnerisch interessant kann Riester bis zum 31.12.2026 nur sein, wenn du wenig verdienst, besonders mit Kindern, weil dir dann schon ein sehr kleiner Eigenbeitrag nach altem Recht die volle Zulage bringt. Selbst dann gibt es echte Nachteile: du musst erst einen Anbieter finden, der noch neue Riester-Verträge abschließt, die Kosten musst du genau prüfen, und der Vertrag läuft nach alten Regeln mit Pflicht-Garantie.

Altersvorsorgedepot durchrechnenGerechnet wird in deinem Browser. Deine Angaben gehen nicht an uns.

Ohne Riester-Vertrag rechnet der Rechner das Altersvorsorgedepot durch, nicht alt gegen neu. Den Vergleich der Zulagen kannst du selbst machen: Rechne deinen Mindesteigenbeitrag nach altem Recht aus (wie auf der Seite Riester-Zulage 2026 noch sichern) und schau, welche Zulage es alt dafür gäbe. Dann schau auf der Seite Wie viel Zulage bekomme ich?, was neu für denselben Beitrag herauskommt.

Der Fall, in dem es sich rechnen kann

Nach altem Recht bekommst du die volle Zulage, sobald du den Mindesteigenbeitrag zahlst: 4 % deiner beitragspflichtigen Einnahmen des Vorjahres (bei Angestellten in etwa das Bruttogehalt, auf das Rentenbeiträge gezahlt wurden), höchstens 2.100 €, abzüglich deiner Zulagen. Mindestens zahlst du den Sockelbetrag von 60 € im Jahr. Bei kleinem Einkommen und mit Kindern bleibt oft nur dieser Sockelbetrag übrig. Für ihn gibt es dann:

Nach neuem Recht gibt es laut Sekundärquellen unter 120 € im Jahr gar keine Zulage. Darüber wächst die Zulage mit dem Eigenbeitrag: 50 Cent je Euro bis 360 €, und je Kind 100 % des Eigenbeitrags bis höchstens 300 €, nach Lesart des Finanzministeriums (laut Zusammenfassung der BMF-FAQ) für jedes Kind am selben Eigenbeitrag gemessen. Wer neu dieselbe Förderung will, muss also deutlich mehr selbst einzahlen.

Dieser Unterschied trifft vor allem zwei Gruppen:

Stiftung Warentest weist auf die erste Gruppe hin: sehr kleines Einkommen und mehrere Kinder. Ob es bei dir so ist, zeigt der Vergleich oben: Riester kommt nur in Frage, wenn die Förderung alt bei deinem kleinen Beitrag deutlich höher ist als neu bei demselben Beitrag.

Die Nachteile, ehrlich

Auch wenn die Rechnung für Riester spricht, ist das nicht alles.

Was später passiert

Dein Einkommen bleibt vielleicht nicht klein. Steigt es, steigt nach altem Recht auch der Mindesteigenbeitrag, und die neue Zulage wird attraktiver. Für bestehende Verträge gibt es ab dem 01.01.2027 nach bisherigem Stand zwei Auswege: den Förderwechsel zur neuen Zulage beim selben Anbieter oder die Übertragung des Guthabens in ein Altersvorsorgedepot.

Bedenke dabei: Ein Vertrag, den du im Dezember 2026 abschließt, bleibt in den ersten 5 Vertragsjahren „jung“. Eine Übertragung kann in dieser Zeit bis zu 150 € kosten. Bei kleinen Beiträgen kann das einen großen Teil der Zulage aufzehren, die du mit Riester gewonnen hast.

Wann es eher nicht passt

Ein Riester-Abschluss jetzt passt eher nicht, wenn

Ohne Rücklage passt eher erst die Rücklage. In den anderen Fällen passt eher das Altersvorsorgedepot ab dem 01.01.2027. Was es ist, steht auf der Seite Altersvorsorgedepot 2027.

Was du vor einer Unterschrift prüfst

Wenn dir das unklar ist: Die Verbraucherzentralen bieten Beratung zur Altersvorsorge an, ohne etwas zu verkaufen.

Kurz gefragt

Bekomme ich für 2026 noch die volle Zulage, wenn ich im Dezember abschließe?

Wenn dein Eigenbeitrag im Jahr 2026 den Mindesteigenbeitrag erreicht, nach den bisherigen Regeln ja. Beitragsjahr ist das Kalenderjahr. Frag den Anbieter, bis wann Vertrag und Zahlung bei ihm sein müssen.

Kann ich danach einfach wenig weiterzahlen?

Ja, solange du jedes Jahr deinen Mindesteigenbeitrag erreichst. Er hängt am Einkommen des Vorjahres und an deinen Kindern, deshalb lohnt sich ein jährlicher Blick.

Kann ich den Vertrag später in ein Altersvorsorgedepot übertragen?

Nach den bisherigen Quellen ja, ab dem 01.01.2027, ohne dass Zulagen zurückgezahlt werden. Ein Vertrag aus Dezember 2026 gilt aber noch einige Jahre als jung; dann kann eine Gebühr von bis zu 150 € anfallen. Ob diese Kostengrenze auch für Riester-Altverträge gilt, ist noch nicht geprüft.

Was, wenn ich keinen Anbieter mehr finde?

Dann bleibt das Altersvorsorgedepot. Auch dort bekommst du ab 120 € im Jahr eine Zulage, nur ist sie bei kleinen Beiträgen oft niedriger als die alte. Für die volle Kinderzulage reicht neu nach Lesart des Finanzministeriums schon ein Eigenbeitrag von 300 € im Jahr.

Weiter

Mit deinen eigenen Zahlen siehst du, was bei dir herauskommt.

Jetzt mit deinen Zahlen durchrechnenGerechnet wird in deinem Browser. Deine Angaben gehen nicht an uns.

Passende Fragen: